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Was hat Fast Fashion mit unserem Klima zu tun?

Extrem günstige Mode, ständig wechselnde Kollektionen. Früher dauerte es mehrere Monate bis ein Kleidungsstück in die Geschäfte kam, heute sind es nur noch wenige Wochen – und das schadet unserem Klima.

Wie viele Kleidungsstücke kaufst du dir ca. pro Jahr?

Und wie oft ziehst du sie dann wirklich an? Im Durchschnitt kauft jede:r Deutsche 60 Kleidungsstücke im Jahr und trägt sie nur noch halb so lange wie vor 15 Jahren[1].

Woher kommt dieser Wandel im Modekonsum? Es gibt immer mehr extrem günstige und schnell produzierte Kleidung, die Bezeichnung dafür ist „Fast Fashion“. Der Begriff leitet sich davon ab, dass große Modeketten bei der Herstellung von Kleidung eben immer schneller werden. Aber wie kann das gehen? Die Designer der großen Ketten schauen sich die neuen Trends auf Modeschauen an und bringen sie dann selbst schnell in die Massenproduktion. So werden laufend neue Kollektionen herausgebracht, das Sortiment stetig verändert und die Qualität der verwendeten Materialien leidet bewusst unter dieser schnellen Produktion. Das Ziel: die Kunden sollen so schnell wie möglich wiederkommen und etwas Neues kaufen.

Die ökologischen Folgen des Kleidungkonsums sind extrem:

1. Textilproduktion verursacht höheren CO2 Ausstoß als der gesamte globale Flug- und Schiffsverkehr

Derzeit verursacht die weltweite Textilproduktion pro Jahr ca. 1,2 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente – das sind mehr Treibhausgase als alle internationalen Flüge und Schifffahrten zusammen[2].

Konkret bedeutet das: die Produktion von zehn Jeans verbraucht fast genau so viel CO2 wie ein Flug von Berlin nach München1. Die klimaschädlichen Gase entstehen z.B. bei der Produktion von Polyester, bei der Fertigung der Kleidungsstücke, aber dann auch später beim privaten Waschen/Trocknen und der Entsorgung von Kleidung.

2. 35% des Mikroplastiks in den Meeren durch Fast Fashion verursacht

Polyester wird oft als günstige Faser bei der Produktion von Textilien verwendet, vor allem Fast Fashion Unternehmen nutzen die synthetische Faser in großen Mengen. Beim Waschen dieser Fasern löst sich Mikroplastik und gelangt durch häusliches und industrielles Abwasser in die Gewässer. Das macht sich mittlerweile bemerkbar, bereits 35% des Mikroplastik-Anteils in den Meeren kann man auf die Textilbranche zurückführen[3].

3. Textilveredelung verursacht 20% des industriellen Abwassers weltweit

Bis ein Kleidungsstück in den Handel kommt, durchläuft es meist viele Stationen: Glätten, Bleichen, Färben, Bedrucken – und manchmal auch Imprägnieren für spezielle Outdoor-Kleidung. Für diese Textilveredelung werden pro Kilogramm Kleidung ebenfalls rund ein Kilogramm Chemikalien verwendet. Insgesamt gibt es ca. 6 500 verschiedene Chemikalien, die in der Textilproduktion benutzt werden, darunter auch Schwermetalle wie Kupfer, Arsen und Cadmium. Viele davon sind giftig, einige auch krebserregend. Um ein Kilo Garn zu Färben werden ca. 60 Liter Wasser benötigt, dieses Wasser ist danach durch die chemischen Zusätze verunreinigt. Meist gelangt dieses verunreinigte Abwasser der Textilfabriken direkt in die umliegenden Flüsse, Seen oder Meere – ohne Kläranlage oder Säuberung. Diese giftigen Stoffe belasten das Ökosystem und die darin vorkommenden (Wasser-)Lebewesen sehr.  Alleine bei der Textilveredelung entstehen 20% des industriellen Abwassers weltweit.[4]

Aber Fast Fashion belastet nicht nur unsere Umwelt, oft sind auch die Arbeitsbedingung in den Textilfabriken in Billiglohnländern sehr schlecht. Eine Gesundheitsgefährdung der Arbeiter:innen bei zu geringem Lohn und zu langen Arbeitszeiten ist dort leider sehr oft der Fall.   

Natürlich ist es verlockend bei den großen Fast-Fashion-Ketten einzukaufen – unschlagbar günstige Preise und im neusten Trend. Es ist auch vollkommen okay, sich ab und zu mal etwas Neues zu gönnen. Jedoch muss es nicht immer Fast-Fashion-Mode sein, es gibt genügend Alternativen, wie z.B. coole Second-Hand-Läden, Kleidertauschplattformen, Flohmärkte, etc. Oft findet man dort die besonderen, einzigartigen Stücke. Probier’s doch einfach mal aus!

Unsere Referenzen:

[1] https://www.quarks.de/umwelt/so-wenig-tragen-wir-unsere-kleidung/

[2] A New Textiles Economy: Redesigning Fashion’s Future (Ellen MacArthur Foundation, 2017)

[3] Boucher, Julien et al.: Primary Microplastics in the Oceans: a Global Evaluation of Sources (IUCN, 2017) 

[4] https://www.quarks.de/umwelt/kleidung-so-macht-sie-unsere-umwelt-kaputt/

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